Kürzlich besuchte die SeniorenUnion Celle den Heidschnuckenhof Kuhlmann in Niederohe.
Der Heidschnuckenhof Kuhlmann ist nach eigenen Angaben über 1000 Jahre in Familienbesitz.
Es war ein wunderbares Anblick den Eintrieb von über 920 Heidschnucken zu erleben. Die Herde wurde auch begleitet von Ziegen. Die Ziegen halten die Herde zusammen und haben andere Fressgewohnheiten. Sie fressen gerne Büsche und junge Bäume und ergänzen dadurch die Landschaftspflege der Heidschnucken. Sie reagieren oft schneller auf mögliche Gefahren. Gemischte Herden aus Schafen und Ziegen gehören in vielen Heidegebieten zur traditionellen Wanderschäferei.
Herr Kuhlmann berichtete nach dem Eintrieb sehr anschaulich über die historische Entwicklung der Heidebauernwirtschaft.
Die Heidebauernwirtschaft war über viele Jahrhunderte eine wichtige Lebens- und Wirtschaftsform in der norddeutschen Heidelandschaft. Besonders in der Lüneburger Heide spielte die Haltung von Heidschnucken eine zentrale Rolle.
Die robusten Schafe waren hervorragend an die nährstoffarmen Heideflächen angepasst. Sie lieferten nicht nur Wolle und Fleisch, sondern dienten vor allem als wichtige Düngerlieferanten für die Landwirtschaft. Durch ihren Mist konnten die kargen Böden verbessert und landwirtschaftlich genutzt werden.
Um 1900 gab es ungefähr 500.000 Heidschnucken; dann brach der Bestand durch die Industrialisierung ein – Spinnmaschinen, Webstühle wurden entwickelt. Konkurrenz durch Baumwolle und Kunstwolle machte die Wolle der Schnucken wertlos. Es gibt heute noch ca. 22.000 Heidschnucken.
Auch heute tragen die Heidschnucken durch das Beweiden der Heide zur Erhaltung der typischen Heidelandschaft bei und verhinderten eine Verbuschung der Flächen.
Die Heidschnucken gelten als Symbol der norddeutschen Heidekultur und erinnern an die traditionelle Heidebauernwirtschaft.
Eine große Gefahr für die Heidschnucken ist der Wolf. Sieben Wolfsrudel setzen der Hütung der Heidschnuckenherde sehr zu.
Im Anschluss an diesen geschichtlichen Exkurs über die Entwicklung der Heidebauernwirtschaft gab es Heidschnucken Bratwurst mit Salat und Brot, gegrillt von Frau Kuhlmann. Es war eine gelungene Veranstaltung.